Pavel Buntspecht ist Norbert Stieglitz. In einem Alter, in dem andere eher an Rente und Ruhestand denken, hat er sein Talent als Clown entdeckt. Als „Spätberufener“ absolvierte er 2017 seine Ausbildung zum Clown und tritt nun mit seinem ersten abendfüllenden Soloprogramm auf. Dabei ist er kein typischer Clown. Keine bunte Perücke, keine grelle Schminke, keine aus Luftballons gebastelten Tierfiguren und vor allem: keine Späße auf Kosten anderer. „Die Zuschauer sollen über mich lachen, niemand wird vorgeführt oder lächerlich gemacht“. Das ist der Anspruch von Pavel Buntspecht. Es gibt keine „Schenkelklatscher“ oder Gags unterhalb der Gürtellinie. Und so ist es auch nicht verwunderlich, dass er sogar im Hospiz in Jever auftritt, wo er seit vielen Jahren auch als Ehrenamtlicher tätig ist. „Lachen und Weinen gehören zusammen, und die Tränen, die ich lache, weine ich nicht“, beschreibt er sein Engagement im Hospiz. In seinem Programm geht es in erster Linie um den Zauberkünstler „Magic Alfredo“, der eigentlich in der Theaterwerkstatt Rosenstraat 13 auftreten soll - eigentlich. Aber Magic Alfredo verspätet sich, die Bühne ist noch nicht vorbereitet und der Hausmeister ist auch noch nicht da. Die Ereignisse nehmen ihren Lauf und man darf sich nicht wundern, wenn auf der Bühne plötzlich Twist getanzt oder ein Fußballspiel Deutschland gegen Frankreich angepfiffen wird. Selbst der amerikanische Präsident Donald Trump spielt dabei eine kleine, unbedeutende Rolle. Wird es Magic Alfredo rechtzeitig schaffen? Was wird aus der Zauber-Show? Und wehe, wenn der Hausmeister kommt! Freuen Sie sich auf den Clown Pavel Buntspecht mit seinen magischen Momenten clownesker Unvollkommenheit und kleinen Zauberkunststückchen, die Sie SO vielleicht noch nicht gesehen haben.
„normalerweise mache im um clowns einen großen bogen. der bogen um clown pavel buntspecht kann gar nicht klein genug sein“  n.bi
mein bericht für die ostfriesischen nachrichten ( nb ): Am vergangenen Samstag gastierte Clown Pavel in der Theaterwerkstatt Rosenstraat 13 in Marienhafe. Es war 19 Uhr, als Moderator Norbert Bierbaum "sichtlich enttäuscht und verlegen" den anwesenden Zuschauern mitteilen musste, dass der "angekündigte Zauberkünstler", Magic Alfredo, noch nicht eingetroffen sei. Er werde hoffentlich bald auftauchen, in der Zwischenzeit würde Hausmeister Pavel die Bühne herrichten und alles für den Auftritt des großen Magiers vorbereiten. Aber auch von Pavel gab es keine Spur. Er tauchte erst eine ganze Weile später auf und war sichtlich überrascht, die Theaterwerkstatt voller Menschen zu sehen. Er bestand darauf, dass die Vorstellung erst um acht beginnen sollte. Also richtete er sich zuerst einmal auf der Bühne bequem ein, holte Butterbrot, Teeflasche und "Blöd"-Zeitung heraus und machte "Pause". Nebenbei wies er in "typischer" Hausmeistermanier die Zuschauer zurecht und zur Ordnung. Anstatt sich um seine eigentlichen Aufgaben zu kümmern, lief er, vermeintlich angestachelt durch die Begeisterung seines Publikums, zu ganz großer Form auf: Er holte Zuschauer auf die Bühne um sie zu fotografieren. Anschließend öffnete er seine Kamera, um den Abgelichteten sogleich einen Abschnitt des gerade belichteten Filmstreifens zu überreichen.  Oder er sorgte für Verblüffung, als er anderen Portraitierten die "echten", allerdings mit Clownsnasen versehenen Abbilder, präsentierte. Da offenbar noch Zeit bis zum Eintreffen von Magic Alfredo war, dachte er sich weitere Aktionen aus, um sich und dem Publikum die Zeit bis dahin zu vertreiben. Die Tücken seiner Utensilien und Pavels urkomische und überraschenden Lösungen für anfallende Probleme brachten Gelächter, Zwischenrufe und Szenenapplaus. Eine aus Zeitungspapier geformte Kugel war bald der Fußball eines Länderspiels zwischen Deutschland und Frankreich. Pavel spielte sowohl die Rolle des Reporters, die der johlenden Zuschauermenge, die des Schiedsrichters, die eines gefoulten Spielers und die des Übeltäters, der promt mit einer roten Karte bedacht wurde. Das führte zur Spontanheilung des Gefoulten und dessen ausufernde Schadenfreude. Während des Absingens der Nationalhymnen mussten sich die Zuschauer selbstverständlich von ihren Plätzen erheben. Für besondere Heiterkeit sorgte der Umstand, dass die französische Hymne sehr viel knapper ausfiel als die deutsche. Es gab außerdem eine Lektion im Twisttanz, zu der auch Zuschauer zum Mitmachen auf der Bühne gewonnen werden konnten. Auch sie erhielten reichlich Beifall für ihre Leistungen und zum Lohn und Dank von Pavel eine Tüte Gummibärchen. Vor der Pause musste Pavel dann allerdings doch noch einmal zur Ordnung gerufen und zur Arbeit angetrieben werden. Er hatte mit einem Konfettiregen und einer ausgedehnten Papierfliegerschlacht für so viel Unordnung gesorgt, dass eine Standpauke unvermeidbar schien. Die wiederum nutzte Pavel hinter dem Rücken des Moderators dazu, sich mit dem Publikum zu verbünden und die Aktionen weiter anzuheizen. Spürte er jedoch die Aufmerksamkeit "seines Chefs" auf sich gerichtet, lenkte er mit betonter Unschuldsmiene jeglichen Verdacht von sich ab. Im zweiten Teil des Abends probierte Hausmeister Pavel all die Requisiten von Magic Alfredo aus, die inzwischen eingetroffen waren und die er eigentlich für den Meister aufbauen sollte. Dessen Erscheinen hatte sich - wie inzwischen nicht anders erwartet - weiter verzögert. Die allesamt dilletantischen und allzu leicht durchschaubaren Zaubertricks des Hausmeisters erzeugten gerade wegen ihrer Unvollkommenheit und der zur Schau gestellten kindlichen Freude über jedes Gelingen und Mitleid erregende Verzagtheit nach jedem Fehlschlag große Heiterkeit oder Mitgefühl. Und jeder Lacher bestätigte dem sehr leicht beeinflussbaren Selbstbewusstsein des Clowns, dass er es doch eigentlich mit dem berühmten Magier Alfredo durchaus aufnehmen könne - dem er umso unfreundlicher gesonnen war, je mehr Ermahnungen er seinetwegen einstecken musste. So ging ein sehr unterhaltsamer Abend zu Ende. Am Schluss war kein Zuschauer enttäuscht, dass Magic Alfredo gar nicht mehr nicht erschienen war. Der begeisterte Applaus ging ganz allein an Clown Pavel, der eigentlich Norbert Stieglitz heißt und an diesem Abend zum allerersten Male in einem Soloprogramnm auf einer Bühne stand. Seine Ausbildung zum Clown machte er im Jahre 2017 in acht mehrtägigen Modulen in der evangelischen Akademie Heimvolkshochschule Rastede unter Anleitung der Theaterpädagogin und Dozentin Heike Scharf. Für sie war der Auftritt ihres ehemaligen Schülers ein sehr bewegendes und überraschendes Erlebnis, denn sie wurde zusammen mit ihrem Ehemann im Rahmen eines privaten Kultur-Blind-Dates, also ohne die geringste Ahnung, wohin sie mitgenommen wurde, Zeugin seines ersten abendfüllenden Bühnenprogramms. Begeisterung und Stolz standen ihr nach dem Auftritt ins Gesicht geschrieben. Und sie musste einige interessierte Nachfragen von Besucherinnen nach weiteren Lehrgängen mit dem Ausbildungsziel Clown beantworten. Unter den Gästen war auch Birgit Arends, die Redakteurin und Moderatorin der Musiksendung BOB in Radio Ostfriesland. Nach einem ausführlichen Gespräch mit Norbert Sieglitz stand fest, dass er einer ihrer nächsten Gäste in der Sendereihe sein wird. hier kommt der bericht aus dem ostfriesischen kurier vom 08.03.2019. der klick auf das bild öffnet die große datei
hier kommt der bericht aus den ostfriesischen nachrichten vom 15.03.2019. der klick auf das bild öffnet die große datei